Über uns

Die Semerenger Schbiallumbaschlecker e.V.
Von Elmar Belthle und Ernst Pfister

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Die Idee für das heutige Häs der Schbiallumbaschlecker entstand aus einem Freundeskreis der Kath. Jugend der Pfarrei St. Johann Sigmaringen und des Jungkolping, die sich seit Jahren am Sonntagabend in der Weinstube Engel zu einem „Stammtisch“ trafen.
Im Jahre 1982 hatten zwei Paare aus dieser Runde geheiratet und so wurde im Spätherbst auch über den bevorstehenden Ritt auf der Bräutlingsstange anlässlich der Fasnet 1983  gesprochen. Selbstverständlich wollte man sich dieser alten Sigmaringer Tradition stellen.
Doch mit was für einer Kostümierung sollte dies geschehen und welchen Namen gab man dieser Verkleidung? Der Name war relativ schnell gefunden. Es sollte der Übername der Sigmaringer sein, so wie vom nahen Umland gerufen wurde  – Schbiallumbaschlecker.
An das geplante Häs, welches die gesamte Gruppe  zum Bräuteln anziehen wollte, wurden jedoch noch weitere Kriterien gestellt, die es zu erfüllen gab.

  • es muss selbst hergestellt werden können,
  • relativ kostengünstig sein.
  • das Gesicht sollte nicht hinter einer Maske versteckt werden,
  • die Herkunft und der geschichtliche Bezug sollten durch die Farben von Hohenzollern und dem Stadtwappen ersichtlich sein.

Hierzu wurden einige Entwürfe gemacht und auch Ideen von Außenstehenden und Kennern der Semmerenger Fasnet eingeholt.
So entstand letztlich ein „ Häs“ wie es dann ein Jahr später von dem neugegründeten Narrenverein Semerenger Schbiallumbaschlecker e. V. übernommen wurde und sich bis heute so darstellt.
Ein mit grünen, blauen und roten  „Schbiallumba“ bestücktes, weißgrundiges  zweiteiliges „Häs“ wurde zusätzlich mit selbstgestalteten Teller-, Tassen- und Besteckmotiven bedruckt.
Diese Ausgestaltung nimmt Bezug auf die Geschichte des „Schimpfnamens“, der die Verbindung der Bevölkerung zu ihrem Dienstherrn, dem Fürstenhaus, darstellt. Dieses besondere Verhältnis spiegelt sich auch in der Melone als Kopfbedeckung wider. Sie soll das Elegante der damaligen Zeit, den Hof- und Beamtenstaat charakterisieren.
Die ersten 11 Hästräger an der Fasnet 1983 waren:

  • Christine und Ernst Pfister
  • Christel und Willy Muzenhardt
  • Ulrike und Hans-Peter Schäfer
  • Margarita Bruttel †
  • Ulrich Bantle
  • Priska Maucher (heute Riegger)
  • Erwin Riegger
  • Elisabeth Schulz †

Das neue Häs fand beim Bräuteln in Sigmaringen sowie bei der Teilnahme am Laizer Fasnetsmontagumzug einen guten Anklang, so dass dies im erweiterten Freundeskreis alsbald zur Vereinsgründung der Semerenger Schbiallumbaschlecker e.V. führte.
Nach der Erstellung der Satzung und der Gründungsversammlung am 13. Mai 1983 wurde der Verein am 18. November 1983 in das Register eingetragen. Voraus ging natürlich noch eine Diskussion, ob man einen eigenständigen Verein gründet, oder ob man sich der Traditionszunft  Vetter Guser anschließen soll. Das Ergebnis ist bekannt.
Die Häsidee des „Engelstammtisches“ wurde vom neuen Verein voll und ganz übernommen, um besonders Jugendlichen und Familien mit Kindern einen kostengünstigen Zugang zu einer Sigmaringer Fasnetsgruppe zu ermöglichen.
Besonders ist vielleicht noch zu erwähnen, dass es im gesamten Verein nur ein „Häs“ bzw. eine Figur gibt – den Schbiallumbaschlecker!
Der junge Verein begann schnell zu wachsen und suchte sein Betätigungsfeld als Mitgestalter der Semmerenger Fasnet. So blieb es nicht aus, dass man sich an eine frühere Tradition der Pfarrjugend von St. Johann erinnerte, die über viele Jahre hinweg, mit dem „Bunten Kistchen“ eine schöne Kinderfasnet  in dieser Stadt gestaltete.
Bereits im Jahre 1984 wurde in der Stadthalle erstmals wieder eine Kinderfasnet mit tollem Programm angeboten, was bis heute so beibehalten wurde.
Als weiteres Standbein seiner Aktivitäten sieht der Verein die zusätzliche Belebung und Mitgestaltung der Semmerenger Straßenfasnet, was durch die Teilnahme an den gesamten „Auseligaaktivitäten“ und am Fasnetsdienstag in Sigmaringen jährlich gezeigt wird.
Der Eintritt in eine lokale Narrenvereinigung bzw. einen Narrenring (Angebote lagen vor), war für die Schbiallumbaschlecker eigentlich nie ein Thema, da das oberste Vereinsziel immer die Fasnet vor Ort war.
Dennoch blieb es nicht aus, dass den Verein schon bald nach der Gründung Einladungen zu regionalen und überregionalen Narrentreffen erreichten, die bisher nach Möglichkeit auch wahrgenommen wurden.
Auch während des Jahres zeigen sich die Mitglieder des Vereins aktiv. Im Jahre 2000 konnte das 200. Mitglied begrüßt werden!

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